Das Kopftuch-Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Was für eine Katastrophe!

Ein bekleidungsbasiertes Bekenntnis, zu welcher Religion auch immer, gehört keinesfalls in eine staatliche Schule.

Lehrer/innen an staatlichen Schulen müssen sich durch ihre Person, ihr Verhalten und ihr Äußeres, weltanschaulich neutral  verhalten, denn sie stehen an staatlichen Schulen für die weltanschauliche Neutralität des Staates!

Quelle: Der Tagesspiegel am 25.09.2003

Viele Religionen begegnen Menschen, die ihnen nicht folgen, im besten Fall mit Geringschätzung. Andersgläubige oder – was noch schlimmer ist – Atheisten gelten in einigen Religionen sogar als minderwertig oder noch viel schlimmer, als Feind.
Plädoyer für Trennung von Staat und Kirche lesen…

Übrigens – im Koran und der Bibel findet sich keine einzige Passage, die Frauen auffordert oder sogar zwingt, den Kopf zu bedecken.

Das Bundesverfassungsgericht hat hier kein Urteil für die Gleichheit vor dem Gesetz gefällt, sondern ist für die Privilegien der Religionen und der Religiösen eingetreten. Ein krasses Fehlurteil und eine große Ungleichheit auf Kosten der weltanschaulichen Neutralität des Staates.

17 Gedanken zu “Das Kopftuch-Urteil des Bundesverfassungsgerichts

    • Sachgerechte Lösung? Das hatte ich schon formuliert „Ein bekleidungsbasiertes Bekenntnis, zu welcher Religion auch immer, gehört keinesfalls in eine staatliche Schule“ – übrigens völlig egal welche Religion! In der Schule soll Wissen vermittelt werden. Für den Glauben haben die Menschen Götter, Götzen und Dämonen erfunden, weil ihnen Wissen fehlte. Der Glauben ist allenfalls ein Unterpunkt im Fach Geschichte. Die sachgerechte Lösung wäre also aus staatlichen Schulen eine neutrale Kleiderordnung OHNE Glaubenssymbolik vorzuschreiben und alle Symbole des Glaubens ausschließlich für die Vermittlung von Wissen im Fach Geschichte zu verwenden und diese allenfalls als Anschauungsmittel aufzubewahren.

  1. Das heißt, ein Kopftuch, das eine Lehrerin einfach nur so trägt, weil sie gerne möchte, wäre dann okay und dürfte nicht untersagt werden?

    • Das ist doch keine Frage, von mir aus kann die Lehrerin – seit Conchita – auch Bart tragen – entscheidend ist, ob dahinter eine religiöse Anzugsordnung steht. Dann nämlich hätte die Lehrerin auch kein Problem damit, am nächsten Tag mit kurzem Rock und ausgeschnittener Bluse – ist gerade sehr warm geworden – und ohne Kopfbedeckung zu unterrichten. Da dies aber vermutlich bei dieser Lehrerin nicht passieren wird, ist es wieder ein bekleidungsbasiertes Bekenntnis und somit nicht zu akzeptieren. Und weil das so ist und die/der Schulleiter/in dies subjektiv einschätzen muss, wer oder wer nicht, ist es besser GRUNDSÄTZLICH alle religiöse Symbolik aus der Schule zu verbannen.

      • Ja aber was ist denn jetzt religiöse Symbolik? Verstehe ich dich richtig, dass dann im Grunde die Trägerin selbst entscheidet, ob ihr Kleidungsstück okay ist oder nicht? Oder was soll das Kriterium sein? Und warum eigentlich nur religiöse Symbole?

      • …ja aber wer hat Vorfahrt im Straßenverkehr? Damit diese Frage für alle verbindlich geklärt ist gibt es eine STVO und das Pendant dazu ist die „Schulordnung“ oder wie immer das Ding heißt. Ich gebe zu, alles wäre einfacher, wenn wir eine laizistische Verfassung hätten – haben wir aber nicht, weder Laizismus noch Verfassung.

  2. „Irrwitzigerweise klinge die Diskussion so, als werde gerade allen Musliminnen ein Gefallen getan: „Das Gegenteil ist richtig. Für alle, die schon heute enorm unter Druck gesetzt werden, sich orthodoxen Glaubensregeln zu unterwerfen, wird es viel schwerer werden. Etwas, was in Berlin grundsätzlich gut und geklärt war – die Neutralität der Schule – wird aufgesplittert in tausend mühsame Aushandlungsprozesse. Aber ein freiheitliches und demokratisches Menschenbild kann man nicht jedes Mal wieder von Neuem diskutieren.“

    Das sagt: Franziska Giffey (SPD), Schulstadträtin und designierte Nachfolgerin des fast schon legendären Bezirksbürgermeisters Heinz Buschkowsky in Berlin-Neukölln – sie versteht diese Entscheidung nicht und hält sie für absurd – dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

    • Och, ich wüsste ein paar Dinge. Zum Beispiel Fragen wie: Was ist das für ein freiheitliches Menschenbild, das davon abhängt, dass Menschen sich So anziehen, wie die Mehrheit es ihnen vorschreibt?

      • Genau das ist das Problem! Menschen, nämlich Islamisten (oder besser die, die sich für Islamisten halten und eigentlich Fundamentalisten sind), schreiben für Frauen in der Öffentlichkeit ein KOPFTUCH vor und dies hat mit dem freiheitlichen Menschenbild nun wirklich nichts zu tun.

      • In der Tat! Wenn hingegen Leute für Frauen in der Öffentlichkeit KEIN Kopftuch vorschreiben, ist das natürlich was völlig anderes und geradezu konstitutiv dafür.
        Denn wo kämen wir hin, wenn am Ende überhaupt niemand mehr Frauen vorschreiben würde, was sie in der Öffentlichkeit zu tragen haben?

      • Ja, in der Tat ist das was völlig anderes! Du projizierst auf das Kleidungsstück Kopftuch. Das ist es aber nicht, das Kopftuch ist ein Symbol. Und ist es nicht auch das Symbol für „Stellung der Frau im Islam“?

      • …ja wirklich, du beginnst zu verstehen? Dann beantworte Dir doch noch die Frage, ist eine Uniform nur ein Kleidungsstück, ist ein Talar nur ein Kleidungsstück, ist eine Robe nur ein Kleidungsstück?

      • Ich würde jetzt gerne fragen, ob irgendwas jemals nur ein Kleidungsstück ist, aber ich denke, es wird Zeit anzuerkennen, dass wir einfach nicht auf eine Ebene kommen, auf der wir wirklich kommunizieren, deswegen verabschiede ich mich stattdessen, mit Bedauern und besten Wünschen.

      • …noch etwas zum „Kleidungsstück“ Kopftuch

        Die Bedeckung (Kopftuch) versteckt nicht nur den Kopf oder Körper einer Muslimin, sondern symbolisiert auch ihre Unterwerfung den Lehren des Islams gegenüber. Eine Muslimin, die ein Kopftuch bzw. Übergewand trägt, hat damit erklärt, eine ganze Reihe von Vorschriften des Islam einzuhalten:

        • Eine Muslimin muss prinzipiell ihre Rolle als eine von vier Ehefrauen ihres Ehemannes akzeptieren, denn der Koran erlaubt nach überwiegender Meinung die Ehe eines Mannes mit bis zu vier Frauen (Sure 4,3)
        • Eine Muslimin ist davon überzeugt, dass ihr Zeugnis vor Gericht nur halb so wert ist wie das Zeugnis eines Mannes (Sure 2,282).
        • Eine Muslimin, die ein Kopftuch bzw. Übergewand trägt, darf ihre Körperkonturen nicht sichtbar machen und ein Übergewand oder einen Mantel tragen.
        • Eine Muslimin darf manche Sportarten nicht ausüben, wie z. B. Schwimmen, Laufen, Gymnastik, alle Ballspiele etc. Muslimische Frauen sind damit von vielen olympischen Diszplinen ausgeschlossen.
        • Eine Muslimin muss damit rechnen, von ihrem Ehemann geschlagen zu werden, falls sie ihm gegenüber widerspenstig wird (Sure 4,34).
          Dagegen darf sie ihren widerspenstigen Ehemann nicht schlagen noch ihn schlagen lassen, falls sie ihm körperlich überlegen ist.

        Quelle

  3. Aufruf zur Demonstration vor dem Düsseldorfer Landtag

    WANN: Mittwoch, 17. Juni 2015 um 10:00 Uhr
    WO: Düsseldorf, Platz des Landtags 1

    „Weil das Kopftuch und jegliche islamische Frauenbekleidung ein Symbol der Unterdrückung der Frauen und Mädchen sind, sind wir gegen die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. …

    Das Kopftuch ist und bleibt ein religiöses Symbol der Diskriminierung der Frauen in islamisch geprägten Ländern. Das Kopftuch und islamische Bekleidung hat auch in europäischen Ländern nicht weniger von dieser Bedeutung und die Lehrerinnen mit dem Kopftuch demonstrieren ihre Religionszugehörigkeit vor ihren Schülern in einem Bereich, welcher säkular und religionsneutral sein sollte.

    Der Zentralrat der Ex-Muslime ruft zum Protest gegen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts auf und fordert dazu auf, das Verbot der Verschleierung der Lehrerinnen (Lehrerinnenkopftuch) beizubehalten.“

    (ZdE)

    https://de-de.facebook.com/events/1604764346447002/

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